Hydro Chemie Süd GmbH & Co. KG

Plasta®Dur-P

:: Allgemeines

Plasta®Dur-P ist ein Penetrier-Kunststoff, der -abgesehen von einigen Optimierungen- seit 1967 hergestellt wird und aufgrund seiner Eigenschaften, sowie der jahrzehntelangen Erfahrung, gerade auf dem Gebiet des Beton- und Zement-Estrichbaus, eine Fülle von Möglichkeiten erschließt.

Das Produkt ist ein flüssiger Zweikomponentenkunststoff, der nicht als Betonbeschichtung oder Anstrich anzusehen ist, da er auf Beton oder Estrich aufgetragen, praktisch keine Deckschicht hinterlässt, sondern in den Untergrund eindringt und dort aushärtet. Die hohe Kapillaraktivität verleiht dem Produkt ein außerordentlich hohes Kriech- und Durchdringvermögen (Penetration) für mineralische Baustoffe.

Im Gegensatz zur hydrophobierenden Imprägnierung (z.B. Lotupor, Isophob-F) führt die Imprägnierung mit Plasta®Dur-P zu wasserdampfdiffusionsdichten Oberflächen, zur Erhöhung der Baustoffoberflächenfestigkeit und zu einer Sperrschicht, die auch gegen hydrostatischen Druck abdichtet. Hinzu kommt, dass Plasta®Dur-P, abweichend von hydrophobierenden Imprägnierungen, auch bei Belastung durch organische Lösemittel, Öle, detergentienhaltige Wässer etc., absolut dicht ist.

Diese Eigenschaften, verbunden mit der hohen Festigkeit des ausgehärteten Kunststoffes und seiner hervorragenden Beständigkeit gegen Wasser, Mineralöl, Lösemittel, Säuren, Laugen, Abgase, Witterungseinflüsse und Erosion, geben dem behandelten Grundbaustoff die zusätzlichen positiven Eigenschaften von Kunststoffen.

Die Festigkeit der behandelten Baustoffoberflächen wird durch die zusätzliche Kunststoffbindung der mineralischen Zuschlagstoffe wesentlich erhöht. Der Baustoff wird flüssigkeitsdicht und unempfindlich gegen die schädlichen chemischen Einflüsse der Umgebung. Das Sanden von Beton/Zementestrichflächen wird selbst bei hohen Punktbelastungen verhindert. Die Rolldruckfestigkeit (dynamische Druckfestigkeit) von normalen Zementestrichen erhöht sich durch die Plasta®Dur-P- Behandlung bis auf das 20fache des ursprünglichen Wertes.

Um der sehr stark schwankenden Porosität von Beton Rechnung zu tragen, ist eine tief eindringende Beton-imprägnierung mit Kunststoffen jedoch nur dann effektvoll, wenn sie bis zur völligen Sättigung, das heißt, bis zur Wasserdampf-Diffusionsdichte, durchgeführt wird. Die unterschiedliche Porosität des Betons führt jedoch auch zu unterschiedlichem Flüssigkeits-Aufnahmevermögen (Schluckvolumen). Während weniger poröse Betonflächen teilweise durch zweifachen Auftrag von Plasta®Dur-P gesättigt werden können, nehmen stark poröse Betonstellen mehr Kunststoff auf, als ihnen bei einer zweifachen Behandlung zugeführt werden kann.

Diese Flächen machen nach 15-20 Minuten wieder einen „trockenen“ Eindruck, weil der Kunststoff tiefer in den Beton penetriert ist. Derartige Stellen müssen in Abständen von 15-30 Minuten -also nass in nass- nachimprägniert werden (notfalls 5- 6-mal), bis eine vollständig gesättigte Betonoberfläche erreicht ist.

Ohne Anwendung von Druck dringt Plasta®Dur-P bis zu 20mm tief in Baustoffe wie: Beton, sowie bis zu 40mm in Zementestrich, Kalkmörtel, Gips, Ziegel etc. ein und härtet dort chemisch aus. Wie bereits erwähnt, erhalten die mineralischen Zuschlagstoffe des Untergrundes -Quarzsand, Kies, Hochofenschlacke usw.- eine zusätzliche, feste, elastische Kunststoffbindung. Außerdem werden die vorher vorhandenen Poren durch den ausgehärteten Kunststoff verstopft und abgedichtet.

:: Betonimprägnierung gegen Mineralöle
und Chemikalien, Gülle, Abwasser

Oftmals stellt sich das Problem, Beton-Böden, etwa von Flugzeughangars, mehrstöckigen Produktiosgebäuden, Tierhaltungen usw. gegen eindringende oder durchdringende Mineralöle, Chemikalien, Salzlösungen, Gülle, Abwas-ser usw, abzusichern. Das kann zum Schutz des Betons, aus Gründen des Umweltschutzes, wegen einer besseren Reinigungsmöglichkeit oder dergl. notwendig oder nützlich sein.

Betonböden, die oft mit Wasserdruckstrahlern gereinigt werden müssen (z.B. in Nassbetrieben, Tierhaltungen, Melkständen usw., lassen sich nach der Behandlung mit Plasta®Dur-P leichter reinigen und der Beton wird duch das ständige Nassstrahlen nicht rauh.

Die relativ dünnen Schichten herkömmlicher Anstrichsysteme können dieser Aufgabe nur ungenügend gerecht werden, da sie sehr leicht mechanisch verletzbar sind und an derartigen Stellen der ungeschützte Beton zutage tritt. Von den Verletzungen einer normalen Beschichtung ausgehend, dringen Flüssigkeiten in den Untergrund ein und unterwandern die Beschichtung, die sich daraufhin vom Untergrund löst.

Bei einem mit Plasta®Dur-P imprägnierten Beton ist die Schutzschicht mehrere Millimeter dick. Sie besteht aus Beton mit einer zusätzlichen Kunststoffbindung. dass Plasta®Dur-P imprägnierter Beton gegenüber allen bekannten Tausalzen und sonstigen Taumitteln beständig ist. Gegenüber nicht imprägniertem Beton, der bereits nach 1-5 Frost / Tauwechseln erste Schäden zeigte, waren die mit Plasta®Dur-P imprägnierten Flächen auch nach 50 Frost / Tauwechseln beanstandungsfrei.

:: Rollstuhlfeste Fußböden

Die zunehmende Verlegung von Teppichböden in Büroräumen direkt auf den Zementestrichuntergrund ließ ein neues Baustoffproblem erkennen. Die hohe Punktbelastung der nur wenige Zentimeter durchmessenden Stuhlrollen wird durch den Teppich hindurch auf die Estrichschicht übertragen. Die auftretende Druckbelastung (statische Druckbelastung) beträgt hier bis zu 600 kg/cm². Diese Druck- bzw. Rolldruck-Belastung (dynamische Druckbelastung) überlastet normale Zementestriche. Der Estrich sandet und wird in der Folge zerstört. Plasta®Dur-P, auf einen glatt abgeriebenen Beton oder Zementestrich aufgetragen, verleiht diesem eine Oberflächen- Druckfestigkeit von über 1000 kg/cm².

:: Haftung für nachfolgende Anstriche

Die weitaus größte Anwendung von Plasta®Dur-P ist die Vorbehandlung für Beton und Zementestrich vor Anstrichen und Beschichtungen. Hierbei ist hervorzuheben, daß Anstrichsysteme auf der Basis von Epoxidharzen, Poly-urethanharzen, Alkydharzen, Chlorkautschuk usw. auf mit Plasta®Dur-P vorbehandeltem Untergrund ausgezeichnet haften und das Abplatzen dieser Anstriche vom Untergrund in den meisten Fällen sicher unterbunden wird. Die Blasenbildung und das Abplatzen von Beton- Anstrichen (z.B. Fußbodenbeschichtungen) ist darauf zurückzuführen, dass das Anstrichmaterial auf der zum Sanden neigenden Betonoberfläche abbindet und ausserdem aus dem Untergrund Feuchtigkeit in die Grenzschicht Beton / Beschichtung gelangt. Damit entsteht unter der Beschichtung Dampfdruck, der zur bekannten Blasenbildung und zum Abplatzen der Anstrichschicht führt.

Plasta®Dur-P verhindert durch den Verschluss der Untergrundporen, dass aus dem Untergrund Feuchtigkeit in die Grenzschicht Beton / Beschichtung gelangt, was im Laufe der Zeit unweigerlich zur Blasenbildung und zum Abplatzen der Beschichtung führen würde.

:: Betonsilos für Flüssigkeiten

Die Imprägnierung der Innenflächen von Beton-silos führt zu Lagerbehältern, die zur Lagerung von Flüssigkeiten geeignet sind. Diese Behälter können zur Lagerung oder Verarbeitung von Mineralölen, flüssigen Düngemitteln, aggressiven Abwässern, Gülle usw. und mit einer zusätzlichen Spezialbeschichtung (z.B. Plasta®Phen-S) zur Lagerung von Laugen, Säuren, Galvanik- Bädern bzw. direkt als Galvanik-Bad verwendet werden.

:: Betonsilos für Schüttgut

Betonsilos für Schüttgut sind besonders starken abrasiven Belastungen unterworfen. Obwohl die üblichen Betonzuschlagstoffe Kies und Quarzsand meistens eine ausreichende Härte und Druckfestigkeit besitzen, bieten sie keine ausreichende Schutzfunktion. Der Grund hierfür ist die im Vergleich zur Kunststoff-Kies-Bindung geringe Festigkeit der Bindung Zement / Kies.

Die ständige Druck-, und Reibbelastung des Schüttgutes löst die Körnung des Zuschlagstoffs aus der Zementbindung. Die relativ geringe Härte und Elastizität des Zementbinders setzt dem Schüttgut einen geringeren Widerstand entgegen als Quarzsand und Quarzkies. Das nächste freigelegte Sand- oder Kieskorn wird wiederum solange erschüttert, bis es sich aus seiner unelastischen Zementbindung herauslöst.

Das aufgezeigte Problem ließ sich üblicherweise nur durch die Auskleidung der Silos mit sehr teuren Verschleiß-Schutzschichten aus Basalt oder speziellen Hartbetonmassen lösen. Plasta®Dur-P bringt hier die wirtschaftliche Lösung. Plasta®Durierte Betonflächen zeigen bei reibender Schüttgutbelastung (Steinkohlenkoks 3) im Vergleich mit nicht behandelten Betonoberflächen (B30) eine mehr als 40fache Standfestigkeit.

:: Schutz vor Industrie- und Witterungseinflüssen

In den vergangenen Jahrenzehnten wurde verschiedentlich Naturund Kunststein mit Plasta®Dur-P imprägniert. Ein Grund für diese Maßnahme war z.B. die immer rascher fortschreitende Zerstörung durch saure Luftverunreinigungen, gegen die Plasta®Dur-P bestän-dig ist. Hier sind zu nennen: Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxide aus Verbrennungsprozessen, Schwefelsäure als Reaktionsprodukt von SO2 unter Einwirkung von Luftsauerstoff, Salzsäure aus Müllverbrennungsanlagen und Flusssäure aus chemischen und metallurgischen Betrieben.

Plasta®Dur-P erschließt gerade auf diesem Gebiet Schutzmöglichkeiten, die mit Imprägnierungen auf der Basis hydrophobierender Stoffe nicht mehr möglich sind. Die teuren Restaurierungsarbeiten lassen sich in den meisten Fällen mit Plasta®Dur-P wesentlich kostengünstiger durchführen. Für Restaurierungsarbeiten benötigte Ersatzsteine werden heute -z.B. bei den Arbeiten am Kölner Dom- wegen ihrer Unempfindlichkeit gegen die geschilderten Einflüsse aus Basaltlava geschnitten und gemeißelt. Derartige bearbeitete Natursteine sind, je nach Formgebung, um das 5 bis 50fache teurer, als im Gießverfahren angefertigte und nachträglich mit Plasta®Dur-P imprägnierte Kunststeinelemente.

Die Behandlung von gereinigten Beton- oder Sandsteinfassaden mit Plasta®Dur-P führt durch Versiegelung der Oberfläche zu einem Selbstreinigungseffekt, der allerdings nicht so intensiv ist, wie bei mit Lotupor hydrophobierten Baustoffen. Die behandelten Materialien verschmutzen jedoch sehr viel langsamer bzw. werden durch Regen größtenteils wieder gereinigt. Der Ansatz von Moos und anderem niedrigen Pflanzenwuchs wird praktisch völlig verhindert. Allerdings sollte beachtet werden, dass Plasta®Dur-P porenverschließend wirkt, was z.B. bei Fassaden von Wohngebäuden aus Gründen der fehlenden Wasserdampf- Durchlässigkeit unerwünscht sein kann.

Wegen der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten für das Produkt Plasta®Dur-P kann dieses Merkblatt keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Da wir inzwischen über eine 40-jährige Erfahrung mit Plasta®Dur-P verfügen, beraten wir Sie gern über weitere Einsatzmöglichkeit.